Für Zuweisende

Psychotherapeutisch gut versorgt nach frühem Kindsverlust

Warum Psychotherapie nach frühem Kindsverlust?

Der frühe Kindsverlust stellt ein spezifisches Verlustereignis dar, das häufig nicht ausreichend sozial anerkannt wird und langfristig psychische Folgen haben kann. Die meisten betroffenen Frauen streben eine erneute Schwangerschaft an. Die Phase des erneuten Kinderwunsches oder einer Folgeschwangerschaft ist dabei häufig durch eine Reaktivierung von Verlustängsten, einem erhöhten Kontrollbedürfnis und traumabezogenen Symptomen gekennzeichnet. Es treten deutlich häufiger depressive Symptome und Ängste auf als bei Schwangeren ohne Verlusterfahrung. Im Rahmen der spezialisierten Gruppentherapie erhalten diese Frauen psychotherapeutischen Input, Validierung und Raum zum Austausch mit anderen Betroffenen.

Wer sind mögliche Zuweisende?

Psychotherapeut*innen, Fachärzt*innen für Psychiatrie und Psychotherapie, Gynäkolog*innen, Hebammen, Hausärzt*innen, Beratungsstellen, Trauerbegleiter*innen, Krankenhäuser, Kinderwunschzentren

Für wen eignet sich die Online-Gruppenpsychotherapie?

Das Gruppenangebot richtet sich an Frauen nach frühem Kindsverlust (frühe und späte Fehlgeburt, Totgeburt, perinatale Verluste), die psychisch unter den Folgen leiden und sich aktuell in der Phase des erneuten Kinderwunsches oder einer Folgeschwangerschaft befinden.

Typische Belastungen sind:

  • Anhaltende Trauerreaktionen
  • Angst und innere Anspannung
  • Übermäßige Schuldgefühle
  • Intrusive Erinnerungen und Grübelprozesse
  • Depressive Symptome
  • Erhöhte Wachsamkeit und Kontrollbedürfnis
  • Ambivalenz gegenüber einer neuen Schwangerschaft
  • Reduziertes Vertrauen in den eigenen Körper

Häufige zugrundeliegende Diagnosen (ICD-10/11)

  • Anpassungsstörungen (F43.2)
  • Leichte oder mittelgradige depressive Episode (F32.1/F32.2 oder F33.1/F33.2)
  • Angststörung (z.B. F41.-)
  • Posttraumatische Belastungssymptomatik/PTBS (F43.1)
  • Anhaltende Trauerreaktion (ICD-11)

Kontraindikationen

  • Akute Krisen mit hohem Selbst- oder Fremdgefährdungsrisiko
  • Schwere Traumafolgestörung ohne ausreichende Stabilisierung
  • Aktuelle substanzgebundene Abhängigkeit
  • Erhebliche Gruppenunfähigkeit (z.B. aufgrund ausgeprägter Persönlichkeitsstörung)
  • Floride psychotische Symptomatik
  • Schwere depressive Symptomatik

Das Angebot

  • Strukturierte verhaltenstherapeutische Psychotherapiegruppe mit 7 wöchentlichen Sitzungen im Online-Format
  • Je nach Nachfrage werden Gruppen für frühere oder spätere Verluste angeboten
  • Leitung durch approbierte psychologische Psychotherapeutin mit Gruppenqualifikation
  • Psychoedukation, Ressourcenaktivierung, konkrete Übungen, Raum für Austausch
  • DSGVO-konformes Online-Tool
  • Abrechnung über GOP/GOÄ

Anmeldung

Die Patientinnen melden sich auf Empfehlung selbstständig in meiner Praxis. Eine direkte Anmeldung oder Überweisung durch Zuweisende ist nicht erforderlich. Nach der Kontaktaufnahme erfolgt zunächst eine psychotherapeutische Abklärung im Einzelsetting, in der Indikation, Passung für das Gruppensetting sowie die erforderliche psychische Stabilität geprüft werden.

Bei Rückfragen zur Indikation oder zum Ablauf stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.